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Porträt wider Willen

aus DER SPIEGEL 31/1992

Der britische Dichter Stephen Spender, 83, hat einen Kampf um das Recht am eigenen Lebenslauf verloren. Eine Biographie über ihn, deren Publikation er vor zwei Jahren verhindert zu haben glaubte, erscheint nun im Oktober. Spender selbst hat vor 41 Jahren eine erste Autobiographie veröffentlicht, vor 20 Jahren eine zweite, und er hat zuletzt, 1988, auch ein lange verheimlichtes Jugendwerk publik gemacht, einen homoerotisch getönten Roman von 1930 - unliebsame Enthüllungen hat der Patriarch der britischen Lyrik also kaum noch zu befürchten. Spenders Widerstand ist prinzipiell, und er macht das Buch von Hugh David, das nun als »Porträt mit Hintergrund« dennoch erscheint, zu einem Kuriosum: In der Biographie darf keine Zeile aus dem Werk des Dichters zitiert werden.

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