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Kino in Kürze »Postman«, zu deutsch der »Briefträger«

aus DER SPIEGEL 7/1998

ist anno 2013 durch einen postapokalyptischen Wilden Westen als Hoffnungsträger unterwegs: Elektrisches Licht funktioniert zwar erstaunlicherweise auch nach dem Atomkrieg noch, doch in den Dörfchen der Überlebenden herrschen Mutlosigkeit und Angst vor einem Räuberhäuptling namens Bethlehem. Da bewirkt der Briefträger auch als Samenspender Ermunterung. Doch dann muß er mit der schwangeren Braut vor dem Wüterich Bethlehem fliehen wie die Heilige Familie höchstselbst. Das Messiasmädchen aber, das am Ende auf die Welt kommt, bekommt den Namen »Hoffnung«. Halleluja! Kevin Costner, der früher mit dem Wolf tanzte, ist nun nach »Waterworld« abermals als missionarischer Menschheitsretter im Einsatz, diesmal auch dreieiniger Star-Regisseur-Produzent, und er bewährt sich über drei Kinostunden als Breitwand-Landschafts-Pathetiker, dem unentwegt ein 100-Mann-Symphonieorchester beisteht, um sein patriotisches Credo hochzujubeln. Fazit: Es gibt auch Filme, die vor lauter Eitelkeit nicht laufen können.

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