Potsdam und Paderborn Offenbar weitere Ölanschläge auf Kunstwerke

Der Vandalismusfall auf der Berliner Museumsinsel gibt weiter Rätsel auf. Medienberichten zufolge gab es schon zuvor Ölattacken – unter anderem im Potsdamer Schloss Cecilienhof.

Der Anschlag auf die Kunst in Museen auf der Berliner Spreeinsel, bei dem Unbekannte am Tag der Deutschen Einheit über eine Stunde lang unbemerkt rund 70 Kulturgüter mit Öl bespritzen konnten, hatte offenbar Vorbilder.

Wie »Zeit Online « und der Deutschlandfunk  berichten, gab es nicht nur im Sommer auf der Wewelsburg bei Paderborn eine ähnliche Tat. Nur zwei Wochen vor der Berliner Attacke wurde ein ähnlicher Vorfall auch im Schloss Cecilienhof in Potsdam entdeckt. Dort sollen Unbekannte unter anderem die Skulptur einer Amazone des französischen Bildhauers Louis Tuaillon attackiert haben. Bei der Tat in der Wewelsburg bei Paderborn wurden demnach bereits im Juli Ölspuren an rund 50 Objekten festgestellt.

In den Medienberichten wird betont, dass beide Orte aus rechter oder rechts-esoterischer Sicht relevante Ziele gewesen sein könnten. Auf Schloss Cecilienhof fand unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Juli und August 1945 die Potsdamer Konferenz statt, bei der die USA, Großbritannien und die Sowjetunion über die Neuordnung Deutschlands berieten. Die attackierte Amazonen-Skulptur steht den Berichten zufolge im ehemaligen Arbeitszimmer der amerikanischen Delegation. Weitere Ölspuren hätten sich im Kaminzimmer und in jenem Raum gefunden, in dem in die historische Ausstellung zur Geschichte des Schlosses und der Potsdamer Konferenz eingeführt wird.

Auch die Wewelsburg bei Paderborn ist ein historisch aufgeladener Ort. Sie wurde von den Nationalsozialisten als Kultstätte und Versammlungsort genutzt. Das Sonnenradmotiv im Fußboden des »Obergruppenführersaals« wird nach Angaben des dortigen Kreismuseums  »seit den Neunzigerjahren in rechtsextremen Kreisen auf der ganzen Welt zu einem Erkennungs- und Heilszeichen stilisiert und missbraucht«. Vor dem abgesperrten Saal fanden sich den Berichten zufolge Ölspuren.

Bei den Ölattacken auf der Berliner Museumsinsel war über einen Zusammenhang der Taten mit Botschaften, die der Verschwörungsideologe Attila Hildmann auf Telegram geteilt habe, spekuliert worden .

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