Kategorie »Dienst an der Öffentlichkeit« »Washington Post« gewinnt Pulitzerpreis für Berichte über Sturm auf US-Kapitol

Die Zeitung »Washington Post« hat für ihre Berichterstattung über den Angriff auf das US-Kapitol im Januar 2021 den Pulitzerpreis erhalten. Eine besondere Erwähnung gab es für die Journalisten aus der Ukraine.
Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021

Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021

Foto: STEPHANIE KEITH / REUTERS

Für ihre Berichterstattung über den Angriff auf das US-Kapitol im Januar 2021 hat die Zeitung »Washington Post« den Pulitzerpreis gewonnen. Das Blatt habe die Auszeichnung in der Kategorie »Dienst an der Öffentlichkeit« für seine »überzeugend erzählten und anschaulich präsentierten Berichte über den Angriff auf Washington« erhalten. Diese hätten der Öffentlichkeit ein »gründliches und unerschrockenes Verständnis über einen der dunkelsten Tage der Nation vermittelt«, hieß es zur Begründung bei der Verleihung in New York .

Am 6. Januar 2021 hatten Anhänger von US-Präsident Donald Trump den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt, um zu verhindern, dass der Wahlsieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden bestätigt wird. Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben. Die Attacke auf das Herz der US-Demokratie, bei der viele Abgeordnete und Senatoren um ihr Leben fürchteten, erschütterte das Land. Trump hatte seine Anhänger bei einer Ansprache vor der Erstürmung angestachelt.

Journalisten in der Ukraine besonders erwähnt

Eine besondere Erwähnung bei der 106. Vergabe des wohl bekanntesten Journalistenpreises der Welt erhielten die Journalisten aus der Ukraine »für ihren Mut, ihre Ausdauer und ihr Engagement für wahrheitsgemäße Berichterstattung während Wladimir Putins so rücksichtsloser Invasion ihres Landes«, hieß es. Der russische Präsident hatte im Februar den Befehl für einen Einmarsch in die Ukraine gegeben. Bei ihrer Arbeit vor Ort starben seitdem mehrere Reporterinnen und Reportern.

Die »New York Times« erhielt den Pulitzerpreis für internationale Berichterstattung für eine Reihe von Artikeln über US-Drohnenangriffe im Nahen Osten, bei denen auch Zivilisten ums Leben kamen. Außerdem wurde sie in den Kategorien nationale Berichterstattung für ein Projekt über tödliche Verkehrskontrollen ausgezeichnet. Salamishah Tillet erhielt den Preis für Kritik.

Der Preis für Reportagefotografie ging an Adnan Abidi, Sanna Irshad Mattoo, Amit Dave und Danish Siddiqui von der Nachrichtenagentur Reuters für Fotos von der Covid-19-Pandemie in Indien. Siddiqui erlebte die Auszeichnung nicht mehr. Er wurde im Juli in Afghanistan getötet, als er die Kämpfe zwischen afghanischen Streitkräften und den Taliban dokumentierte.

15 der 22 Kategorien der Pulitzerpreise sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Im vergangenen Jahr war unter anderem die Berichterstattung mehrerer US-Medien über die Auswirkungen der Coronapandemie und die Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd mit Pulitzerpreisen geehrt worden.

kim/dpa/Reuters/AP