Zum Inhalt springen

Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Polizei in Litauen will nicht ermitteln – mutmaßliches Opfer legt Beschwerde ein

Die Nordirin Shelby Lynn behauptet, bei einem Rammstein-Konzert in Vilnius unter Drogen gesetzt worden zu sein. Die örtliche Polizei will in dem Fall nicht weiter ermitteln. Gegen diese Entscheidung geht Lynn nun vor.
Plakat der Band Rammstein im Olympiapark in München

Plakat der Band Rammstein im Olympiapark in München

Foto: Smith / IMAGO

Ende Mai hat Shelby Lynn den #MeToo-Skandal um Rammstein ins Rollen gebracht. Die Nordirin behauptete öffentlich, sie sei vor einem Konzert der Band in Litauens Hauptstadt Vilnius bei einer Backstage-Party unter Drogen gesetzt worden. Am Tag nach der Show präsentierte sie in sozialen Medien Verletzungen und sprach von Erinnerungslücken.

Ihre Erzählungen über Frontmann Till Lindemann und seine mutmaßlichen Grenzüberschreitungen ermutigten in den vergangenen Wochen nahezu täglich mehr junge Frauen, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Lynn selbst wurde im Nachgang der Vorwürfe von der litauischen Polizei vernommen. Die »Welt am Sonntag« berichtete, während dieses »fünfstündigen Videotelefonats« dabeigewesen zu sein. Die Polizei kam vor wenigen Tagen zu dem Schluss, keine strafrechtlichen Ermittlungen einzuleiten. Dies berichtete  »Bild« auf Basis einer Meldung einer litauischen Zeitung . Gegen diese Entscheidung der Polizei geht Lynn nun vor. Sie hat Beschwerde eingelegt und um Akteneinsicht gebeten. Zunächst hatte die »Welt«  berichtet. Shelby Lynn teilte die englischsprachige Fassung des Artikels in ihrer Instagram-Story.

Die zuständige Staatsanwaltschaft bestätigt eine Prüfung des Falls. Auf Anfrage der »Welt« teilte die Staatsanwaltschaft demnach mit, noch keine finale Entscheidung getroffen zu haben. »Ich bin völlig irritiert von dem Vorgehen der litauischen Polizei«, wird Lynn in dem Bericht zitiert.

Ob im Zuge der bisherigen Vorprüfung Bandmitglieder befragt wurden, ist demnach unklar. Die Polizei in Vilnius äußerte sich auf »Welt«-Anfrage offenbar nicht. Das gelte auch für die die Anwaltskanzlei Schertz Bergmann, die Lindemann vertritt. Till Lindemann weist die Vorwürfe gegen ihn zurück. Seine Anwälte kündigten juristische Konsequenzen an.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehrere Frauen werfen Rammstein-Sänger Till Lindemann sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vor. Sie schildern etwa Situationen, die sie teils als beängstigend empfunden hätten. Junge Frauen seien während Konzerten ausgewählt und gefragt worden, ob sie zur After-Show-Party kommen wollen. Dabei soll es nach den Angaben einiger Frauen auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen SPIEGEL-Titelstory .

Transparenzhinweis: Aus rechtlichen Gründen wurde der Text nachträglich geändert.

svs