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Rauschenberg als Photograph

aus DER SPIEGEL 21/1981

Vor dem Entschluß, Photograph zu werden, schreckte der amerikanische Kunststudent Robert Rauschenberg vor gut 30 Jahren denn doch zurück. Er ahnte, er werde sich zu Gründlichkeit verpflichtet fühlen und die USA »Quadratzentimeter um Quadratzentimeter« aufnehmen. Seine Konsequenz: »Dann lieber malen.« Als erfolgreicher Maler, ein Hauptanreger der Pop Art, ließ er dennoch die Kamera nicht strikt beiseite, und neuerdings hat er sogar ziemlich ausgiebig photographiert; das Pariser Centre Pompidou zeigt jetzt eine Auswahl seiner Lichtbilder. Banalitäten und Bizarrerien, ein gekalkter Baumstamm und eine ramponierte Leuchtreklame, ein halbes Fahrrad oder von Palmen beschattete Krokodile -- im wie zufälligen Schnappschuß, der auch nachträglich nicht beschnitten wird ("Die Perfektion ist eine Sackgasse"), sucht Rauschenberg die »Bestätigung, daß alles in Bewegung ist«.

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