»Wenn der Wind weht«-Zeichner Raymond Briggs ist tot

In seinem Zeichentrickfilm »Wenn der Wind weht« zeigte er die Folgen einer Atombombenexplosion – wenige Monate nach dem Super-GAU in Tschernobyl. Nun ist der britische Zeichner Raymond Briggs im Alter von 88 Jahren gestorben.
Raymond Briggs: Bekannt wurde er mit seinem Kinderbuch »Der Schneemann«

Raymond Briggs: Bekannt wurde er mit seinem Kinderbuch »Der Schneemann«

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Christopher Pledger / ddp

Der britische Illustrator und Autor Raymond Briggs ist am Dienstagmorgen im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte der Verlag Penguin Random House unter Berufung auf Briggs Familie mit. Der Brite wurde vor allem durch seine Illustration eines Schneemanns in dem gleichnamigen Kinderbuch bekannt, das 1978 erschienen ist und in aller Welt 5,5 Millionen Mal verkauft wurde.

»Wir wissen, dass Raymonds Bücher von Millionen Menschen in aller Welt geliebt wurden, die traurig sein werden, diese Nachricht zu hören«, hieß es in einem Statement der Familie. Briggs habe Zeichnungen von Fans, vor allem Kindern, an seiner Wand aufgehängt und sehr wertgeschätzt. »Er hat seinen Humor und seine Verrücktheit mit seiner Familie und dem Kreis seiner Künstlerfreunde geteilt – bei Treffen, Verkleidungsfeiern und Sommerpicknicks im Garten.«

Atombombenexplosion und die Folgen: Ehepaar in »Wenn der Wind weht«

Atombombenexplosion und die Folgen: Ehepaar in »Wenn der Wind weht«

Foto: ddp images

In den Achtzigerjahren sorgte neben den Kinderbüchern auch Briggs Werk »Wenn der Wind weht« aus dem Jahr 1986 für Aufsehen. Der Zeichentrickfilm zeigt das Schicksal eines alten Ehepaares vor und nach einer Atomkatastrophe. Er erschien wenige Monate nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Für den Soundtrack steuerten unter anderem Paul Hardcastle und Genesis Songs bei. Der Titelsong »When The Wind Blows« stammt von David Bowie.

»Raymonds Bücher sind bildliche Meisterstücke, die einige der grundlegendsten Fragen aufwerfen, was es bedeutet, Mensch zu sein, und mit Illustrationen und einer bemerkenswerten Sparsamkeit von Worten sowohl Erwachsene als auch Kinder ansprechen«, sagte Francesca Dow, die beim Verlag Penguin Random House für Kinderbücher zuständig ist, in einem Statement. Briggs werde eine große Lücke hinterlassen.

ime/dpa
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