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Rechts ran ans »Boot«

aus DER SPIEGEL 40/1981

An diesem »Boot« können sie sich festmachen, die alten Kameraden. Wolfgang Petersens Verfilmung von Buchheims Seekriegs-Buch (SPIEGEL 38/1981) bekommt den befürchteten Beifall, von rechts. Schlimmstes Claque-Beispiel bisher: Der »Samstagsclub« des Bayern-TV vorletzte Woche. Verständnisinnig moderiert vom Regional-Ressortleiter Franz Schönhuber, konnten zwei ehemalige U-Bootler den »unerhört packenden« Film loben und sich »in Ehrfurcht und Demut« vor dem Großadmiral Dönitz verneigen; einer der beiden, Wolfgang Pohl, ist jetzt Präsident des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz. Die vom »Boot« beflügelten, ungebremsten Tiraden der Veteranen über Heroismus, »Opfermut« und den U-Boot-Verheizer Dönitz »erschütterten« den Autor Buchheim, empörten den Ex-General Schmückle und stürzten selbst das Bayern-Fernsehen in eine kleine Krise. Buchheim subsummiert die »Boots«-Wellen unter »Bereitmachen für den nächsten Orlog« (Krieg). Nachrüstung ist demnächst auch vom Moderator Schönhuber zu erwarten -- in seinem Memoiren-Buch »Ich war dabei«, bei der Waffen-SS.

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