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Regisseure: Konkurrenz um Caligula

aus DER SPIEGEL 17/1976

Die Italo-Nazi-Sexwelle scheint abzuebben. Zwei ihrer Protagonisten, Tinto Brass ("Salon Kitty") und Lina Wertmüller ("Seven Beauties"), sind auf der Suche nach heimischen Perversionen an ein und denselben Mann geraten: Gaius Julius Caesar Germanicus, genannt Caligula (deutsch: Stiefeichen), der schon Camus zu einem Theaterstück inspirierte. Nach einem Drehbuch des US-Autors Gore Vidal möchte Brass »eine neue Art von politischem Film« machen, in dem der jung ermordete römische Kaiser (als Darsteller vorgesehen: Malcolm McDowell), der »die Macht wie ein Spielzeug handhabt, am Ende versteht, daß sie eine Sklaverei ist«. Produziert wird der Film von Bob Guccione, Herausgeber des

»Playboy«-Konkurrenzblattes »Penthouse«. Lina Wertmüller, die bereits 1971 selber ein Caligula-Drehbuch geschrieben hatte, war ursprünglich als Regisseurin vorgesehen, konnte sich aber mit Vidal nicht einigen. Nun hofft sie, ihr Projekt »im Alleingang« realisieren zu können.

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