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Retro-Pop von Lenny Kravitz

aus DER SPIEGEL 15/1991

In seine Konzerte strömen Teenager in der Montur der Sechziger, die längst im Mode-Orkus beerdigt schien: Batikhemden, Schlaghosen und das Haupthaar als Fusselmatte ausgewachsen. Und wenn der neue Pop-Messias die Fans bittet, zu seiner Hippie-Hymne »Let Love Rule« liebevoll die Hand der Nachbarn zu ergreifen, herrscht die weihevoll-sentimentale Stimmung einer Erweckungsversammlung. Der rastalockige Amerikaner Lenny Kravitz, 26, ist die derzeit erfolgreichste Nummer der grassierenden Sixties-Renaissance, und auf seinem zweiten Album »Mama Said« (Virgin) musiziert der begabte Epigone originalgetreu im Stil von Uralt-Helden wie John Lennon ("Yoko ist wie meine zweite Mutter") und Jimi Hendrix, nicht aber in deren Geist. Sonst würde er anderes produzieren als Pop aus zweiter Hand. Vom 17. bis zum 26. Mai kommt das verspätete Blumenkind Kravitz mit seiner Love-and-Peace-Show auch noch auf Deutschland-Tournee.

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