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Revanche für »Holzfällen«

aus DER SPIEGEL 16/1987

»Ich rechne ab«, läßt der österreichische Komponist Gerhard Lampersberg verlauten. Vor drei Jahren hatte er für eine Literatur-Affäre gesorgt, indem er Thomas Bernhards Roman »Holzfällen« beschlagnahmen ließ: Lampersberg fand sich darin von seinem einstigen Freund mit »Rachsucht und Gehässigkeit« porträtiert. Lampersbergs »Abrechnung« ist ein nobel gedrucktes 96-Seiten-Buch, in 500 handsignierten Exemplaren im Klagenfurter Ritter-Verlag erschienen, Preis 22 Mark, Titel »Perturbation": Der Text besteht aus Rätsel-Dialogen zwischen einem Paar und einem Gast - worum es geht, verrät nur der Buchumschlag: Er zeigt Thomas Bernhards »Holzfällen« in Stücke zerhackt. Im Gespräch äußert sich Lampersberg entschieden deutlicher über die Parvenü-Allüren und die »onanistische Schreibart« des Dichters: »Vielleicht spucke ich ihm einmal ins Gesicht.«

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