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Theater Revue hinter Stacheldraht

aus DER SPIEGEL 31/1994

Sie singen Volks- und Soldatenlieder, sie tanzen wie die heulenden Derwische hinter Stacheldraht und schreien sich via Lautsprecher ihre Angst und Wut aus dem Bauch über das Grauen in der Welt, die ewige Wiederkehr von Gewalt, Chaos, Folter und Meuchelei, ob nun in Sarajevo, Beirut oder Los Angeles. »Quotations From a Ruined City« (Zitate aus einer zerstörten Stadt) heißt die Horrorschau, mit der sich der amerikanische Theatermacher Reza Abdoh, geboren 1964 in Teheran, erneut als wüster Provokateur auf der internationalen Avantgarde-Bühne hervortut. Sein schriller Spektakel-Stil sei, urteilte die New York Times, so »ziemlich das Härteste, was einem Theaterpublikum je zugemutet wurde«. Am Mittwoch dieser Woche hat die apokalyptische Revue Deutschland-Premiere beim Hamburger »Sommertheater Festival«. Anschließend zieht Abdoh mit seiner Truppe weiter nach Berlin, Frankfurt und Salzburg.

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