Spanischer Stararchitekt Ricardo Bofill ist tot

Eine umgebaute Zementfabrik war sein Arbeitsplatz: Ricardo Bofill, einer der bekanntesten Vertreter der Postmoderne, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. In Barcelona entwarf er unter anderem den Flughafen.
Ricardo Bofill (2009 in Rom): Aufsehen erregte er auch mit internationalen Arbeiten wie dem Citadel Center in Chicago

Ricardo Bofill (2009 in Rom): Aufsehen erregte er auch mit internationalen Arbeiten wie dem Citadel Center in Chicago

Foto:

Elisabetta A. Villa / WireImage / Getty Images

Der spanische Architekt Ricardo Bofill ist tot. Nach übereinstimmenden Medieninformationen starb der Katalane im Alter von 82 Jahren. Bofill war ein Vertreter der Postmoderne und Gegner des rationalistischen und uniformen Baustils. In seinen Bauwerken fügte er moderne Materialien wie Stahl und Beton zu klassischen Formen. Bofill, geboren 1939 in Barcelona, startete seine Karriere vor rund 60 Jahren mit einem eigenen Architekturbüro.

Fotostrecke

Architektur von Ricardo Bofill: Meister der Klötzchen

Foto: Salva Lopez/ Gestalten

In Barcelona entwarf er unter anderem den Flughafen, das katalanische Nationaltheater und das 29-stöckige W-Hotel am Hafen: Dessen äußere Form erinnert an ein Segel. Aufsehen erregte er auch mit internationalen Arbeiten wie dem Citadel Center in Chicago.

In den Siebziger- und Achtzigerjahren entwarf er außerdem in französischen Vorstädten verschiedene Sozialwohnungsprojekte. Einige von ihnen dienten später als Kulisse für Filme, etwa für Terry Gilliams Dystopie »Brazil«.

Bis zuletzt lebte Bofill in seinem Domizil »La Fábrica«, zehn Kilometer von Barcelona entfernt. Er hatte dazu in den Siebzigerjahren eine alte Zementfabrik in ein Loft und Architekturstudio umgewandelt.

ime/dpa/Reuters

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.