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NEU IN DEUTSCHLAND Richard Powell: »Die Kwimpers«.

aus DER SPIEGEL 49/1961

Die

durch Inzucht leicht schwachsinnige Familie Kwimper und ihr Babysitter Holly haben mit dem Staat, der ihnen Arbeitslosenfürsorge, Invalidenrente und Kindergeld aufdrängte, »stets gut zusammengearbeitet«, bis ihnen einfiel, ihr Leben auf einem Stück unbebauten Niemandslands von Kokosnüssen und Krabben zu fristen. In Gegenwehr zu den Behörden, die ihnen den Besitz streitig machen wollen, blufft Papa Kwimper erfolgreich mit erdachten Gesetzesvorschriften. Ich-Erzähler Toby, zugleich Held des humoristischen Romans, ist ein argloser Riese, der nicht recht begreift, was um ihn vorgeht, sich jedoch durch respekteinflößende Widerborstigkeit seiner Feinde - so einer umherstreunenden Falschspieler-Bande und einer überspannten Wohlfahrtspflegerin - erwehrt. Im Gegensatz zu Powells Bucherfolg von 1958 ("Der Mann aus Philadelphia") ist die Kwimper-Robinsonade kein Hohes Lied nordamerikanischer Siedler-Traditionen, sondern eine Parodie auf das Versorgungsdenken im perfekten Wohlfahrtsstaat. (Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln; 324 Seiten; 16,80-Mark.)

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