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AUSSTELLUNGEN Richter-Fest in New York

aus DER SPIEGEL 6/2002

Wie wenige Künstler verfügt der Mann über die Gabe der Selbstironie: »Ich bin durchschnittlich gesund, durchschnittlich groß (172 cm), durchschnittlich hübsch. Ich erwähne das, weil man so aussehen muss, um gute Bilder malen zu können.« Offenbar liegt der Maler Gerhard Richter mit dieser Einschätzung - er formulierte sie schon 1966 - bis heute richtig. Seine Malerei, sein akribisch verschwommener Fotorealismus ebenso wie seine strukturierten Abstraktionen, verrät die wohlüberlegte Distanz eines scharfen Weltbeobachters - und macht Richter seit Jahrzehnten verlässlich zu den erfolgreichsten und teuersten deutschen Malern auf dem Kunstweltmarkt. Im Jahr seines 70. Geburtstags stehen viele Richter-Ehrungen an. Den Anfang macht nun das Museum of Modern Art in New York mit einer Richter-Retrospektive (14. Februar bis 21 Mai). Auf der Jubiläumsschau werden wohlbekannte Werke gezeigt, darunter die »48 Porträts« und der so genannte RAF-Zyklus »18. Oktober 1977«. Dokumentiert werden so ziemlich alle Schaffensphasen Richters. Die fallen schon deshalb sehr unterschiedlich aus, weil er - anders als viele Kollegen - beschloss, »die Methode so oft zu wechseln, wie es geht«.

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