Hitlergruß und »White Power«-Ausruf Metalband Pantera tritt doch nicht bei »Rock am Ring« und »Rock im Park« auf

Phil Anselmo, Sänger der Metalband Pantera, sorgte 2016 mit einem Hitlergruß für einen Skandal. Zunächst haben die Veranstalter von deutschen Rockfestivals die Band trotz Kritik nicht ausgeladen. Nun die Kehrtwende.
Phil Anselmo

Phil Anselmo

Foto: Gonzales Photo/Christian Hjorth / imago images/Gonzales Photo

Die Heavy-Metal-Band Pantera soll nach heftiger Kritik nun doch nicht bei den Musikfestivals »Rock im Park« und »Rock am Ring« spielen. »Die Band Pantera wird nicht wie angekündigt bei Rock im Park und Rock am Ring 2023 auftreten«, teilten die Veranstalter bei Twitter in wortgleichen Statements mit.

Nach intensiven Gesprächen mit Künstlern, Partnern und Festivalfans habe man sich entschlossen, die Band aus dem Programm zu nehmen. Auch bei der Ankündigung der Line-ups auf den Homepages der Zwillingsfestivals in Nürnberg und am Nürburgring in der Eifel Anfang Juni fehlte die Gruppe nun.

Der geplante Auftritt hatte in den vergangenen Wochen für Kritik gesorgt. Der Sänger der Band Pantera, Phil Anselmo, hatte 2016 für einen Skandal gesorgt, als er bei dem »Dimebash«-Festival zu Ehren des erschossenen Pantera-Gitarristen Dimebag Darrell auf der Bühne den Hitlergruß zeigte und den Slogan »White Power« ausrief.

Ein Video des Auftritts machte auf YouTube die Runde und brachte Anselmo Rassismusvorwürfe ein. Er verteidigte sich zunächst damit, man habe hinter der Bühne viel Weißwein getrunken. Später hat er sich aber entschuldigt. Es habe ihn verletzt, »dass die Leute mein Verhalten für bare Münze genommen haben«, sagte er 2018 dem »Metal Hammer«.

Der Veranstalter des Festivals »Rock im Park«, die Argo Konzerte GmbH aus Würzburg, hatte Anfang Januar noch vorgehabt, die Band auftreten zu lassen. Das Festival stehe »für Diversität, Toleranz, Gleichberechtigung und gegen jede Form von Diskriminierung« hieß es in einem Instagram-Beitrag neben einem Piktogramm, auf dem ein Hakenkreuz in den Müll geworfen wird.

Man habe im Wissen um das Ereignis von 2016 frühzeitig das Gespräch mit Panteras Management gesucht, glaubwürdig sei versichert worden, »dass Phil Anselmos Verhalten von 2016 in keinem Fall die Ansichten der Band widerspiegelt und er sein Auftreten aufrichtig und tief bereut«. Phil Anselmo habe sich mehrfach öffentlich für sein Verhalten und seine Aussagen entschuldigt. »Wir haben daraufhin beschlossen, der Band Pantera eine Chance zu geben«, hieß es weiter.

Nun haben sich die Veranstalter allerdings umentschieden – wohl auch wegen des öffentlichen Drucks.

svs/dpa
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