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Pop Rolling Stones live

aus DER SPIEGEL 48/1996

Die Show war perfekt, das Stadion ausverkauft, Bombenstimmung im Publikum - da störte ein Patzer das umjubelte Konzert der Rolling Stones im Juni vergangenen Jahres in Köln: Beim Song »Rock And A Hard Place«, an einer Stelle, an der im Lied drei kurze Spielpausen vorgesehen sind, sackte der Sound plötzlich durch - nur für Bruchteile einer Sekunde, aber deutlich hörbar. Es schien, als sei die gesamte Band gleichzeitig aus dem Takt gekommen.

So klang es jedenfalls auf einer Bootleg-Aufnahme, die dem SPIEGEL nach dem Konzert zugegangen war. Ähnlich klang diese Stelle des Songs auch auf Bootleg-Aufnahmen von vier anderen Konzerten der »Voodoo Lounge«-Welttournee. Der SPIEGEL nahm dies zum Anlaß, in seiner Ausgabe Nr. 37/1995 den Verdacht zu äußern, die Stones hätten hier möglicherweise nicht alles live gespielt - zu Unrecht, wie sich inzwischen herausgestellt hat:

Tatsächlich hat der Toningenieur der Band, Benjamin L. Lefevre, den Soundeffekt bei der fraglichen Stelle des Songs »Rock And A Hard Place« jeweils dadurch erzielt, daß er an seinem Mischpult die Mikrofone und Instrumentenausgänge für die Instrumente der Band mit Ausnahme des Mikrofons von Mick Jagger jeweils von Hand für einige Sekunden schloß und dann wieder öffnete. Typisch für die Rock-Handwerker Stones: Bei den meisten Bands werden solche Einsätze bei Live-Auftritten schon seit Jahren von einem computergesteuerten Mischpult erledigt. Anders bei den Stones: Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood spielen eben wirklich live.

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