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Rops-Retrospektive für Gründliche

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aus DER SPIEGEL 14/1985

Als düster-dämonischer Erotomane hat der belgische Zeichner und Maler Felicien Rops (1833 bis 1898) längst sein Plätzchen in der Kunstgeschichte gefunden. Sein einst skandalträchtiges graphisches Werk, strotzend von Schenkeln, Brüsten, Riesenphallen und oft mit einem Schuß Blasphemie gewürzt, ist für Liebhaber in Bildbänden gesammelt (etwa »Felicien Rops: Der weibliche Körper - der männliche Blick«, Haffmans Verlag, Zürich). Nun wird erstmals der »ganze« Rops präsentiert in einer Ausstellung im Brüsseler Museum für moderne Kunst, die nach Nizza, Paris und Baden-Baden weiterwandern soll. Neben dem raffinierten Zeichner und Radierer Rops ist da auch der Aquarellist, Kostümentwerfer und Maler zu sehen - doch dies unbekanntere OEuvre, zeigt sich, wertet ihn nicht auf: Wenn ihn die Dämonen des Eros nicht ritten, malte er fad-gefällige Strand- oder Picknick-Idyllen in Öl.

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