»Schwierige äußere Umstände« Russischer Staatssender RT stellt Betrieb in den USA ein

Die EU hat bereits ein Sendeverbot erteilt – nun stellt der russische Staatssender RT seine Produktion in den USA ein. Die meisten Mitarbeiter werden wohl entlassen.
RT (Symbolbild): In der EU sind russische Staatsmedien bereits verboten

RT (Symbolbild): In der EU sind russische Staatsmedien bereits verboten

Foto: Jaap Arriens / ZUMA Press / IMAGO

Das US-Programm des russischen Staatsmediums RT stellt seinen Betrieb in den Vereinigten Staaten ein. Das teilte die stellvertretende Chefredakteurin des Nachrichtensenders, Anna Belkina, nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des US-Senders CNN  mit: »Wir sind traurig und enttäuscht, dass unser bahnbrechender Sender RT America nach mehr als zehn Jahren den Betrieb einstellen musste.«

Das Unternehmen T&R Productions, das einen Großteil der Inhalte geliefert habe, habe aufgrund »schwieriger äußerer Umstände« den größten Teil seiner Tätigkeit einstellen müssen. Die meisten Mitarbeiter von RT America werden deshalb nach Informationen von CNN entlassen. Der US-Sender beruft sich dabei auf Aussagen von Misha Solodovnikov, Geschäftsführer von T&R Productions. Der Sender arbeite aber daran, Wege zu finden, wie die Mitarbeiter in der internationalen Familie des Senders RT bleiben könnten, so Belkina.

Wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine hat der Westen harte Sanktionen gegen Russland verhängt, die unter anderem auch den Mediensektor treffen. Seit Mittwoch ist die Verbreitung der russischen Staatsmedien RT und Sputnik etwa in der EU verboten. Betroffen sind auch RT-Ableger etwa auf Deutsch oder Französisch. Die Sanktionen gegen RT und Sputnik sollten zeitlich befristet sein und nur so lange andauern, »bis die Aggression gegen die Ukraine beendet ist und die Russische Föderation und ihre Medien ihre Propagandaaktionen gegen die Union und ihre Mitgliedstaaten eingestellt haben«, sagte ein EU-Beamter.

Darüber hinaus kappen viele Unternehmen aus eigenen Stücken Geschäfte mit Russland, auch in der Medienbranche. So hatte vor wenigen Tagen unter anderem der amerikanische Satelliten-TV-Anbieter DirecTV angekündigt, seine Zusammenarbeit mit RT America einzustellen.

ime/dpa