Offener Brief zum Russland-Ukraine-Konflikt 350 Kulturschaffende fordern den Abzug russischer Truppen

Wolf Biermann, Ai Weiwei und Oskar Roehler zählen zu den Unterzeichnern: In einem offenen Brief zum Russland-Ukraine-Konflikt verlangen rund 350 Künstler, Autoren und Kulturschaffende: »Kein Krieg!«
Ukrainischer Soldat in der Donez-Region, an der ukrainisch-russischen Grenze: »Putins Aggression entschieden entgegentreten«

Ukrainischer Soldat in der Donez-Region, an der ukrainisch-russischen Grenze: »Putins Aggression entschieden entgegentreten«

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Andriy Dubchak / AP

In einer Erklärung, die dem SPIEGEL vorliegt, richten rund 350 Künstler, Autoren und Kulturschaffende einen Appell an die »politisch Verantwortlichen, Putins Aggression entschieden entgegenzutreten«. »Wir unterstützen den Dialog mit Russland«, heißt es dort, »fordern aber den sofortigen und bedingungslosen Abzug der russischen Truppen von den Grenzen der Ukraine.« Überschrieben ist der Brief mit dem Titel »No War!«.

Das Schreiben ist initiiert vom Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann, zusammen mit seiner Frau Pamela Biermann, dem Schauspieler Burghart Klaußner sowie Ulrich Schreiber, dem Leiter des Internationalen Literaturfestivals Berlin. Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderem Herta Müller, Wole Soyinka, Ian McEwan, Mikhail Shishkin, Tomas Venclova, Liao Yiwu, Ai Weiwei, Geert Mak, Oskar Roehler und Jürgen Flimm.

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Es sei bekannt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin »jegliche demokratische Bewegung im eigenen Land bekämpft«. Es könne deshalb »nicht schweigend hingenommen« werden, »dass über achtzig Jahre nach dem Münchner Abkommen in Europa wieder unverhohlen mit einem Einmarsch in fremdes, souveränes Territorium gedroht wird«.

In einem Interview mit dem SPIEGEL  sagte die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, Putin sorge »seit Jahren dafür, dass alle Osteuropäer Angst haben müssen«. Die Ukrainer aber treffe es »besonders hart«: »Gerade die Deutschen mit ihrer Geschichte müssen der Ukraine helfen«, so Müller.

Nach Angaben von US-Regierungsvertretern setzt Russland den massiven Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze fort. US-Außenminister Blinken warnte seinen russischen Amtskollegen zuletzt vor einem Einmarsch in die Ukraine. Laut Kreml ist für Mitte Februar ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geplant. Beide Politiker wollen demnach »substanzielle« bilaterale Gespräche führen.

ime/dpa
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