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Gestorben Sally Kellerman, 84

aus DER SPIEGEL 10/2022
Foto:

Capital Pictures / AAPimages

Die Kalifornierin wurde 1970 durch die schwarze Komödie »M*A*S*H« berühmt, in der sie als Krankenschwester in einem Feldlazarett während des Koreakriegs zu sehen ist. Als der Film beim Festival von Cannes gezeigt wurde, sei Kellerman dort wie die Hippie-Version der Venus von Milo wahrgenommen worden, schrieb der Kritiker Rex Reed damals. Eine Oscar-Nominierung für die beste weibliche Nebenrolle folgte, es blieb der frühe Höhepunkt ihrer Karriere. Mit dem Regisseur des Films, Robert Altman, arbeitete sie immer wieder zusammen und wirkte auch an dessen Spätwerken »The Player« (1992) und »Prêt-à-Porter« (1994) mit. Kellerman war eine produktive Darstellerin, übernahm Rollen in Literaturverfilmungen wie »Ich liebe dich – I Love You – Je t’aime« (1979), Komödien wie »Mach’s noch mal, Dad« (1986) oder Roadmovies wie »Drei auf dem Highway« (1987). Auch im Fernsehen war sie sehr präsent und spielte in einigen erfolgreichen Serien mit, von »Raumschiff Enterprise« über »Bonanza« bis zu »Columbo«. Ihre prägnante Stimme brachte ihr Werbe­jobs ein, sie sprach Texte in Spots für Mercedes-Benz oder Revlon. Über ihre Erlebnisse in der Unterhaltungsbranche veröffentlichte sie 2013 unter dem Titel »Read My Lips. Stories of a Hollywood Life« ihre Memoiren. Sie müsse schon singend und spielend aus dem Bauch ihrer Mutter gekommen sein, schrieb sie darin. Sally Kellerman starb am 24. Februar in Los Angeles.

lob
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