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Sammlung Ströher: Katalog postum

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aus DER SPIEGEL 24/1983

Nachruf auf einen Sammler und auf eine Sammlung. Karl Ströher, der Darmstädter Haarkosmetik-Fabrikant, ist seit sechs Jahren tot, sein Kunstbesitz, den sich das Land Hessen aus Arroganz und Indolenz nicht schenken ließ, aufgeteilt. Da erscheint, von der Familie pietätvoll verlegt, ein vollständiger Prachtkatalog (Auslieferung durch die Buchhandlung Gebicke, Darmstadt; 285 Mark), in dem neben den meistberedeten Bestands-Teilen, Pop-Sammlung und Beuys-Block, noch viel Bemerkenswertes von Arp bis Zadkine verzeichnet und reproduziert ist. Der Blick geht zurück: Man liest, was Ströher wann und wo gekauft hat, nicht aber, was davon heute in Magazinen der Stadt Frankfurt schmort, was sich im Handel, was bei der Familie befindet. »Sehr enttäuscht« von der hessischen Kulturpolitik, so schreibt Ströher-Schwiegersohn Gerhard Pohl im Vorwort, sei der alte Herr am Ende von der Idee einer Stiftung abgerückt und habe den Erben nahegelegt, einen Leihvertrag mit dem Darmstädter Landesmuseum nicht zu verlängern. Denn »schließlich wird sich ein Familienvater auch fragen, ob er seinen Erben das hinterlassene Vermögen entziehen will«.

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