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Scharf und käuflich

_(Newton Portraits, Newton Illustrated, ) _(Schirmer/Mosel. ) *
aus DER SPIEGEL 40/1988

Für seinen »photographischen Beitrag zur Pornographie«, fand jüngst der Meister der erotischen Modephotographie, Helmut Newton, 68, sei »die Gesellschaft noch nicht reif«. Doch die Einstimmung läuft: Zwei westdeutsche Galerien eröffnen diese Woche Newton-Ausstellungen mit teils bisher unveröffentlichten Werken des »heißkalten Photographen« ("Zeit"). Während die Hamburger in der Olympus Galerie mit 45 Newtons der Jahre 1973 bis 1985 bekannt gemacht werden, haben die Kölner Gelegenheit, in der Galerie Reckermann 40 neue Akte des »photographischen Wüstlings« (Newton-Kollege Francesco Scavullo) auf sich wirken zu lassen. Ob klassisch oder modisch - die eigenwillig arrangierten Photos des ungenierten Linsen-Voyeurs und sicheren Interpreten von dekadenten Zeiterscheinungen genügen allesamt der Maxime des Meisters: »Sie sind (phototechnisch) scharf« und - weil Newton nach eigenem Bekenntnis »für das Publikum, nicht für die Schublade« arbeite - käuflich. Bis zu 3000 Mark pro Abzug kosten die Photos des deutschstämmigen Pariser Modephotographen, für den »Kunst« ein »dreckiges Wort« ist und der das »Künstliche« liebt: »Alles, was schön ist, ist falsch.« _(Aus der Hamburger Ausstellung. )

Aus der Hamburger Ausstellung.

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