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Schatz für Chiromantiker

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aus DER SPIEGEL 32/1985

Der Berliner Antiquar Peter Severin hat einen kuriosen Schatz gehoben - eine historische Kollektion von etwa 2500 Handabdrücken. Die Sammlung war zwischen 1924 und 1935 von der Berlinerin Marianne Raschig angelegt worden, die sich mit wissenschaftlichem Eifer in die Kunst des Handlesens vertieft hatte und als engagierte Chiromantin in Handlinien und -formen einen Spiegel seelischer und physischer Eigenschaften sah. Mit Papier und Druckerschwärze rückte Frau Raschig populären Künstlern, Gelehrten und Politikern zu Leibe: Hans Albers legte Hand an und Gerhart Hauptmann, Albert Einstein und Thomas Mann, Wilhelm Furtwängler und Theodor Heuss, Bertolt Brecht, Alfred Döblin und die Dietrich. Antiquar Severin, der das Hand-Archiv für 200000 Mark von den Raschig-Erben erworben hat, hofft nun auf das Kaufinteresse chiromanischer Kreise. Drei Blätter hat er, bei Sotheby in London, schon losgeschlagen. Abdrücke von Igor Strawinski, Alban Berg und Richard Strauss brachten zusammen 10000 Mark.

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