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Fotografie Schatz vom Schluckspecht

aus DER SPIEGEL 42/1994

In Havanna hatte die kostbare Hinterlassenschaft jahrelang unbeachtet gelagert - in feuchten Kartons, im Schlaf- und Wohnzimmer der Fotografen-Witwe. Als die alte Dame die Schachteln in der Hoffnung auf bescheidenen Erlös zum Verkauf feilbot, kam der Hemingway-Forscher Norberto Fuentes in den Genuß einer »unbezahlbaren Fotosammlung«. Es waren unbekannte, sehr private Schwarzweiß-Bilder aus Hemingways wüsten, lebenstollen kubanischen Jahren. Ein treuer Freund, Privatsekretär und schwerer Daiquiri-Schlucker, der Spanier Roberto Herrera Sotolongo, hatte sie zwischen 1939 und 1960 aufgenommen: Schnappschüsse von den Sauf- und Angeltouren des Poeten, von seinen Frauen, von Hausgästen und seiner tropisch umwucherten Finca bei Havanna. Im Hildesheimer Olms-Verlag ist die Fotokollektion jetzt mit einem Fuentes-Text erschienen ("Sturmfluten des Herbstes«; 68 Mark) - als Hommage an den »tragischen Einzelgänger, der in mancher Hinsicht genau das Gegenteil seiner Legende war«.

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