Zur Ausgabe
Artikel 60 / 73
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Ausstellungen Schlafen in der Brust

In einem Frankfurter Skulpturenpark werden Besucher zu Bewohnern der Kunstwerke.
aus DER SPIEGEL 25/2021
Prouvost-Skulptur »Boob Hills Burrows« (Modell)

Prouvost-Skulptur »Boob Hills Burrows« (Modell)

Foto:

Laure Prouvost

Skulpturenparks sind dafür da, das Kunsterlebnis mit Spaziergängen zu verbinden. Der Vorteil: Die Kunst rückt ins Leben. Am Frankfurter Museumsufer öffnet nun ein Park, der das Eintauchen in die Kunstrezeption auf die Spitze treibt: Die Objekte der Ausstellung »Living in a Sculpture« sind bewohnbar und können vom 26. Juni bis zum 26. September 2021 gebucht werden. Eine Nacht kostet 364 Euro. Auch in Darmstadt und Wiesbaden werden bewohnbare Kunstwerke aufgestellt. Mit dabei ist ein Iglu aus Beton mit Ausguck zum Himmel. Damit will der Aktionskünstler Christian Jankowski an den Stararchitekten Ludwig Mies van der Rohe erinnern. Das Kollektiv MY-CO-X schuf ein Gemach im Look einer Raumfahrtkapsel, die Wände aus sechseckigen Platten sind aus einem neuartigen Pilzmaterial geformt. Die französische Künstlerin Laure Prouvost lädt in die unterirdischen Hügel »Boob Hills Burrows« ein, sie ähneln weiblichen Brüsten. Im Inneren der Höhle soll im besten Fall über den menschlichen Körper reflektiert werden, so wie alle Herbergen einen pädagogischen Ansatz haben. Doch ob die Behausungen wirklich gleichsam im Schlaf zu neuen Erkenntnissen anregen, etwa über Reduktion, Umweltschutz und Ökologie? Die Ausstellungsmacher des Kollektivs tinyBE hoffen darauf. Vielleicht ist die Rhein-Main-Region aber auch einfach um ein schickes Ausflugsziel reicher. Die ersten Übernachtungen wurden jedenfalls beim Auktionshaus Christie's versteigert.

Jankowski-Iglu »Bodybuilding (Mies van der Rohe)«

Jankowski-Iglu »Bodybuilding (Mies van der Rohe)«

Foto: Christian Jankowski
cpa
Zur Ausgabe
Artikel 60 / 73
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.