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MUSEEN Schön und nützlich

aus DER SPIEGEL 37/2006

Einblick in ein mittelalterliches Schlafzimmer, Besuch in einem Jugendstil-Salon von 1900 oder ein Gang durch das Arbeitszimmer eines französischen Diplomaten von 1925: Zum ersten Mal in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte bietet das Pariser Musée des Arts Décoratifs in gleich zehn historischen Interieurs Zugang zu seiner einzigartigen kunstgewerblichen Sammlung. Neben diesen originellen »period rooms« werden in den aufwendig renovierten Räumen des Louvre 6000 Exponate aus einem Fundus von insgesamt 150 000 Objekten vorgestellt: Möbel, Glasfenster, Tapeten, Textilien nebst modernen täglichen Gebrauchsartikeln von der Kaffeekanne bis zur Krawattennadel. Einst geschaffen als Anschauungsunterricht für »Handwerker zur Verbesserung ihres Geschmacks«, gilt der Auftrag des Museums an der Rue de Rivoli heute dem Rückblick wie der Sammlung von Gegenwartskunst und bleibt dabei dem ursprünglichen Engagement seiner Gründer treu, »die Kultur einer Kunst zu erhalten, die das Schöne mit dem Nützlichen vereint«. Denn ausgewählt nach Einzigartigkeit, handwerklicher Qualität und Stil, sind sie allesamt, so Museumsdirektorin Béatrice Salmon, Zeugnisse »französischer Lebenskunst«.

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