»Spegelmannen« in Uppsala Schwedisches Theater bringt Fall Relotius auf die Bühne

In deutschen Kinos ist Michael Bully Herbigs Film »Tausend Zeilen« über den Fall Claas Relotius zu sehen. Ein Theater in Schweden nähert sich dem Thema nun dramatisch. Das Stück sucht nach »dem Mann hinter den Lügen«.
PR-Bild des Uppsala Stadsteater: Stück um Journalisten-Bluff

PR-Bild des Uppsala Stadsteater: Stück um Journalisten-Bluff

Foto: Maria Lilja Johan Björnsrud&; Pontus Eklund / Staatstheater Uppsala

Der Fälscherskandal um den früheren SPIEGEL-Journalisten Claas Relotius kommt in Schweden auf die Theaterbühne. Das Stadttheater Uppsala zeigt ab Anfang Dezember ein wirklichkeitsbasiertes Stück über »den vielleicht größten Journalisten-Bluff aller Zeiten«, wie das Theater am Mittwoch mitteilte . Regisseur Viktor Tjerneld habe sich tiefgehend mit dem Fall Relotius beschäftigt, der den deutschen Journalismus grundlegend verändert habe. Es gehe »um den Mann hinter den Lügen«. Das Werk »Spegelmannen« (Der SPIEGEL-Mann) soll demnach am 3. Dezember Premiere feiern.

»Die Geschichte von Claas Relotius ist unglaublich spannend. Besonders, weil der Journalismus unserer Zeit zu einer Art Schlachtfeld geworden ist«, wurde Tjerneld in einer Mitteilung des Theaters zitiert. In einer Branche, in der man nicht von der Wahrheit abweichen dürfe, werde ständig um das Narrativ gekämpft.

Der Fall Relotius

Im Dezember 2018 machte der SPIEGEL die Fälschungen seines ehemaligen Redakteurs Claas Relotius öffentlich und leitete eine interne Untersuchung ein. Jetzt läuft in den Kinos der satirische Film »Tausend Zeilen« über den Fall. Hier lesen Sie, wie der SPIEGEL den Fall aufgearbeitet und welche Schlüsse er daraus gezogen hat.

Der SPIEGEL hatte den Skandal Ende 2018 selbst öffentlich gemacht. Seit 2011 waren rund 60 Texte im Heft und online erschienen, die Relotius geschrieben hat oder an denen er beteiligt war. Darin hatte er zum Teil Protagonisten und Szenen erfunden.

In Deutschland thematisiert den Fall auch die Mediensatire »Tausend Zeilen« von Michael Bully Herbig, die seit Ende September in den Kinos zu sehen ist. Inspiriert ist der Film durch ein Buch von Juan Moreno, der Relotius bei der Recherche zu einer gemeinsamen Geschichte auf die Schliche gekommen war. Darüber berichtet Moreno in seinem Buch »Tausend Zeilen Lüge – Das System Relotius und der deutsche Journalismus«.

feb/dpa
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