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KUNST Sex, Drogen und Warhol

aus DER SPIEGEL 7/1999

Der Polizei entwischte Jean-Michel Basquiat, wenn er seine Graffiti auf die New Yorker U-Bahnen gesprüht hatte; der trendsüchtigen Kunstszene von Manhattan entkam er nicht: Sie feierte den damals 20jährigen als Enfant terrible einer neuen Kunstrichtung. Auch Pop-art-Diva Andy Warhol war mehr als angetan von dem rastagelockten Jüngling: Warhol ließ seine eigenen Bilder mit dessen archaischen Symbolen und Strichmännchen bepinseln, machte mit ihm Urlaub auf Hawaii. In seinem Tagebuch schwärmte Warhol vor allem von den körperlichen Vorzügen Basquiats, den er seinen »Superstar« nannte. Der benahm sich entsprechend, fuhr teure Limousinen, berauschte sich mit Groupies und Drogen. Seine Bilder wurden derweil in Japan oder 1982 auf der Documenta in Kassel ausgestellt. Was dem labilen Hitzkopf am Ende mehr zusetzte, der Bruch mit Warhol oder die wachsende Mißgunst der Kritiker, ist ungewiß - 1988 starb Basquiat mit 27 Jahren an einer Überdosis Heroin. Sein früher Tod machte ihn zur Legende und die Sammler seiner Werke reich: Die Bilder sind heute bis zu drei Millionen Dollar wert. Jetzt zeigt das KunstHaus Wien 100 Arbeiten des expressiv-naiven Zeitgeist-Rowdys (bis 2. Mai).

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