Zur Ausgabe
Artikel 98 / 132
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

KUNST Sinn im Reispfannkuchen

aus DER SPIEGEL 50/1998

Kopf runter« - Die Leipziger Künstlerin Yana Milev, 34, fordert mit ihrer Installation im Münchner Kunstraum (bis 16. Januar) den Betrachter zur Demutsgeste auf. In Brust- und Bauchhöhe und sogar auf dem Fußboden ziehen sich die Eisenschienen hin, auf die Milev Fotos und Texte montiert hat. Einmal gebeugt, folgt der Besucher der Künstlerin durch den Alltag, den sie während eines Japan-Aufenthalts erlebt hat. Die Dokumente fügen sich zu einem »Pilgerweg mit Rastplätzen": Man sieht ein Bidet auf schwarzen Kieseln, einen Reispfannkuchen nebst Pfanne, Bilder ihres Wohnraums; dazwischen, ebenso wichtig wie die Objekte, viel weiße Fläche. Textfragmente ergänzen die »Zendo-Items«, benannt nach der Halle, in der die Buddhisten das Zen-Training ausführen. Daß man eine bestimmte körperliche Haltung einzunehmen hat, um eine geistige zu erlangen, diese Methode hat Milev, die Besucher der Documenta X mit ihrem »Projektionsforum« verwirrte, der Lehre Buddhas abgeschaut.

Zur Ausgabe
Artikel 98 / 132
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.