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Schallplatten So lustig

aus DER SPIEGEL 30/1972

Gruppe Between: »Einstieg«. Diese Debütplatte des Münchner Sextetts ist eher ein Ausstieg aus dem herkömmlichen Musikgeschäft: Pop-Jazz, Philharmonisches und musique concrète, ihre bisherigen Wunschklänge, wollen die sechs Musikanten nicht mehr interpretieren -- höchstens noch alle gleichzeitig und als musikalische Parodie. So vergeigen und zerblasen die Münchner Komponisten Peter Michael Hamel und Ulrich Stranz (auf Elektroorgel und Bratsche). der irische Flötist Jimmy J. Galway, der US-Perkussionist Cottrell Black. der argentinische Gitarrist Robert Dètrée sowie der aus Amerika stammende bayrische Oboist Bob Eliscu beinahe sämtliche Musizierstile zwischen Bach, Bossa Nova und Bebop. Hammondorgel. Elektrobratsche, exotische Flöten und das langstielige Selbstbauinstrument Moto-Cello bohren einen Time-Tunnel zwischen Mittelalter und Elektronik -- für einen fröhlichen Trip in die musikalische Historie des Abendlandes: Im Stück »Katakomben« fliehen schreiende Christen vor brüllenden Löwen; in »Barcelona Rain« schlagen Stereo-Donner auf milde Melodien nieder, und im futuristischen »Space-Trip« improvisiert das Ensemble so lustig und frei, als wäre der Mystiker Karlheinz Stockhausen in eine Raumfahrer-Kneipe eingekehrt. (Wergo 1001: 21 Mark.)

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