Bund legt Sonderfonds auf Kulturveranstaltungen sollen mit 2,5 Milliarden Euro gefördert werden

Wegen der Corona-Auflagen rechnen sich viele Kulturevents nicht. Nun soll ein Sonderfonds helfen – laut Finanzminister Olaf Scholz »das größte Kulturförderprogramm seit Gründung der Bundesrepublik«.
Finanzminister Scholz und Kulturstaatsministerin Grütters (2019): Wollen der Branche auf die Beine helfen

Finanzminister Scholz und Kulturstaatsministerin Grütters (2019): Wollen der Branche auf die Beine helfen

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M. Popow / imago images / Metodi Popow

Die Risiken bei der Planung von Kulturveranstaltungen in der Coronapandemie sollen finanziell abgesichert werden. Der Bund will dafür einen 2,5 Milliarden Euro umfassenden Fonds auflegen. »Wir wollen Mut verbreiten in der Kultur«, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch. Die Sicherung solle helfen, die vielfältige Kulturlandschaft in Deutschland »buchstäblich wieder zum Leben zu erwecken«. Ziel des Fonds sei es, beispielsweise bei Absagen oder Verschiebungen von Veranstaltungen finanzielle Unterstützung zu leisten.

Scholz bezeichnete den Sonderfonds für Kulturveranstaltungen als »das größte Kulturförderprogramm seit Gründung der Bundesrepublik«. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einem ganz notwendigen Signal der Zuversicht: »Das ist wirklich ein Geschenk an die Kultur in ganz Deutschland.« Grütters verwies darauf, dass der Bund nach den bereits aufgelegten Förderprogrammen für die Kultur mit dem Sonderfonds nun auch einen Teil des wirtschaftlichen Risikos übernehme.

Ticketzuschuss für die Kleinen, Ausfallversicherung für Großveranstaltungen

Der geplante Sonderfonds hat zwei Säulen: Zum einen sollen die Zahlungen an Veranstalter gehen, die wegen der Corona-Auflagen nur eine reduzierte Zahl von Zuschauern zulassen dürfen. Wegen dieser Einschränkung wären viele Kulturevents eigentlich unwirtschaftlich – etwa Konzerte, Theateraufführungen und Kinovorstellungen.

Der Bund bezuschusst deshalb die verkauften Tickets um jeweils bis zu 100 Prozent zusätzlich zu den Verkaufseinnahmen – mit einer maximalen Fördersumme von 100.000 Euro pro Veranstaltung. Die Hilfen sollen ab dem 1. Juli für Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern und ab dem 1. August für Veranstaltungen mit maximal 2000 Teilnehmern ausgezahlt werden. Insgesamt stehen dafür bis Jahresende 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die zweite Säule des Sonderfonds besteht aus einer Ausfallabsicherung für Großveranstaltungen mit mehr als 2000 Besuchern. Damit soll für die Veranstalter das finanzielle Risiko einer pandemiebedingten Absage bereits geplanter Events verringert werden. Hier geht es etwa um große Kulturfestivals und um Konzerttourneen, denen jeweils eine lange Planungsphase vorangeht.

feb/dpa/AFP/Reuters
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