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Pop Später Ruhm für Schrammel-Rock

aus DER SPIEGEL 21/1996

»Es gibt nichts Aufregenderes, als etwas zu entdecken, von dem man gar nicht gewußt hat, daß man es vermißt«, sagte der Musiker Grant McLennan vor zehn Jahren, und schon damals schwang ein wenig Verzweiflung mit - denn für seine Band The Go-Betweens interessierte sich kaum jemand. Er hatte die Gruppe Ende der siebziger Jahre in Australien mit Robert Forster gegründet, und weil den Australiern das ziemlich egal war, übersiedelten die beiden Songwriter mit Anhang nach London. Dort sorgte der feingesponnene Gitarrenpop der Band zwar ebenfalls für wenig Aufregung - die Kritiker aber waren ungewöhnlich freundlich: »Die wunderschönste Musik, die ich je gehört habe«, schwärmte einer im New Musical Express, und im Melody Maker behauptete ein anderer: »Ihr Anti-Rock'n'Roll strahlt vor Schönheit.« Leider wollte trotzdem keiner die minimalistisch verschrammelten Kunstwerke der Go-Betweens kaufen. Die Band löste sich vor einigen Jahren auf. Nun aber haben die Briten den Reiz der kleinen Pop-Form wiederentdeckt, und die verschmähten Go-Betweens gelten plötzlich als Legende. Gerade sind ihre sechs Alben frisch überarbeitet auf CD erschienen. McLennan und Forster bedanken sich für die Wiederentdeckung auf ihre Weise: Am Donnerstag dieser Woche geben sie ein Reunionskonzert in Paris.

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