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Spiel um Loft und Liebe

aus DER SPIEGEL 37/1989

Ihre Hüte sind wie Verkehrsunfälle - gräßlich, aber man schaut hin. Sie trägt Aschenbecher auf dem Kopf oder Obstsalate mit Vögeln, und alle hat sie selbst entworfen, denn in ihrem Kopf muß es ähnlich aussehen. Sie ist jung und erfolglos und neurotisch wie alle, die in diesem grellen New Yorker Beziehungsdschungel um Liebe kämpfen oder zumindest ein eigenes Loft. Sie heißt Eleanor, und Bernadette Peters spielt sie als hinreißende Zicke. Ihr Freund fragt sie: »Was hasse ich eigentlich am meisten an dir?« Schüchtern tippt sie: »Meine Persönlichkeit?« Nach Indien und dem Florenz der Jahrhundertwende hat der kalifornische Kostümfilmer James Ivory ("Zimmer mit Aussicht") einen neuen pittoresken Drehort gefunden - das New York von heute, das Village, farbig, exotisch, laut wie ein Voodoo-Zauber auf Haiti. Seine »Großstadtsklaven« (jetzt im deutschen Kino), nach dem Buch des New Yorker Literaturdarlings Tama Janowitz, sind ein leichtgewichtiges Spätsommervergnügen mit hörenswertem Soundtrack und der sympathischen Botschaft: Auch Künstler sind Menschen, sogar dann, wenn sie jung und erfolglos sind.

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