»Squid Game« Netflix-Serie führt zu Telefonterror

Die Netflix-Produktion »Squid Game« ist derzeit ein Welthit – zum Leidwesen einer Frau aus Südkorea: In der Serie wird ihre echte Telefonnummer gezeigt. Der Streamingdienst will die Szenen nun überarbeiten.
Szene aus dem Serien-Hit »Squid Game«

Szene aus dem Serien-Hit »Squid Game«

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Netflix

Wer am »Squid Game« teilnehmen möchte, soll diese Nummer auf der Einladungskarte anrufen. So weit, so normal. Nur ist »Squid Game« eine Serie des Streaminganbieters Netflix. Und das Spiel damit nicht real. Die Telefonnummer auf der Karte, die in der Serie gezeigt wird, aber ist es. Tausende habe es getestet – und eine südkoreanische Frau mit Anrufen und Textnachrichten überschwemmt. Bis zu 4000 Anrufe habe sie täglich erhalten.

Netflix und die Produktionsfirma Siren Pictures erklärten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge nun, die Szenen bearbeiten und die Telefonnummer entfernen zu wollen, die auf einer mysteriösen Einladung steht, die potenziellen Spielerinnen und Spieler gegeben wird.

»Zusammen mit der Produktionsfirma arbeiten wir daran, diese Angelegenheit zu klären, einschließlich der Bearbeitung von Szenen mit Telefonnummern, wo dies notwendig ist«, teilte Netflix mit und forderte die Fans auf, von Anrufen oder Nachrichten abzusehen. Zuvor hatten Netflix und Siren Pictures bereits erklärt, dass sie absichtlich nur die letzten acht Ziffern der Handynummer anzeigen und sich nicht bewusst waren, dass bei der Wahl automatisch die Vorwahl hinzugefügt wird, um die Nummer zu vervollständigen.

100 Millionen für eine Telefonnummer

Die südkoreanische Dramaserie, in der die Teilnehmenden aus Geldnot bis zum Tod spielen, um 45,6 Milliarden Won (rund 33 Millionen Euro) zu gewinnen, wird seit dem 17. September ausgestrahlt und entwickelte sich schnell zu einem internationalen Hit.

Gewinn (eine Reihe von Kinderspielen) oder stirb: Szene aus »Squid Game«

Gewinn (eine Reihe von Kinderspielen) oder stirb: Szene aus »Squid Game«

Foto: Netflix

Die Frau, die ein Geschäft in der südlichen Region Seongju betreibt, sagte dem lokalen Fernsehsender SBS vergangenen Monat, sie könnte ihre Nummer aufgrund ihrer Kundenkontakte nicht ändern. Ein Angebot von einer Million Won (rund 720 Euro) als Entschädigung habe sie abgelehnt. Nach Angaben des Senders sei ihr inzwischen eine Entschädigung von bis zu fünf Millionen Won (rund 3600 Euro) angeboten worden. Netflix und Siren Pictures äußerten sich zunächst nicht zu etwaigen Angeboten.

Unterdessen hat der südkoreanische Präsidentschaftskandidat Huh Kyung-young für Aufsehen gesorgt, als er auf Facebook 100 Millionen Won (rund 72.000 Euro) bot, um die Nummer zu kaufen. In Südkorea gelten Telefonnummern als begrenzte Ressourcen, Verkauf oder Kauf sind illegal.

sak/Reuters

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