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Dirigenten Steueroase für Taktierer?

aus DER SPIEGEL 17/1995

Eine weißblaue Sprechblase flog letzte Woche durch die Feuilletons: Sein Coup, den Stardirigenten Zubin Mehta, 58, von 1998 an für die Bayerische Staatsoper angeheuert zu haben, besitze, tönte der Kultusminister, »Ausstrahlung bis weit über Berlin hinaus«. Klartext: Der Freistaat stehle durch den dritten Promi an Münchner Pulten (neben Sergiu Celibidache und Lorin Maazel) der Hauptstadt die Dirigenten-Show. Aber auch das SPD-geführte München glaubt der Christsoziale ausgetrickst zu haben. Denn Mehta ist bei den stadteigenen Philharmonikern als Nachfolger des greisen Celibidache, 82, erwünscht. Doch bei fünfmonatiger Präsenz in der Oper kämen Gastarbeiter Mehta regelmäßige Auftritte mit den Philharmonikern teuer zu stehen: Er würde in Deutschland einkommensteuerpflichtig. Nun will Philharmoniker-Intendant Norbert Thomas »bei höchsten Bonner Stellen« eine Ausnahme aushandeln. Eine »Lex Mehta« für darbende Taktierer?

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