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Stubenreine Liebesspiele

aus DER SPIEGEL 38/1992

Auf der Jagd nach attraktivem Kinostoff wildert der Münchner Produzent Bernd Eichinger gern im Revier der populären Belletristik. So hat er erfolgreich den Eco-Renner »Der Name der Rose« verfilmt, so bringt er jetzt einen Sex-Bestseller aus der Triebfeder der Französin BenoIte Groult ins Kino: »Salz auf unserer Haut« ist die konfliktgeladene Liebesgeschichte zwischen einer feingeistigen Pariser Luxus-Emanze und einem virilen Hochseefischer. Der Film kündet vom leidenschaftlichen Kopulationsdrang der Liebesleute, die in 109 zählebigen Kino-Minuten beständig hoch erhitzt übereinander herfallen. Der britische Regie-Neuling Andrew Birkin hat diese Liebesspiele so spannungslos und stubenrein inszeniert, daß sie allenfalls die erotische Würzfrische einer vertrockneten Salzstange erreichen. Die Autorin Groult freilich ist mächtig ergriffen von dem Birkin-Erguß. Sie hat bei der Filmbesichtigung heftig geweint.

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