Zählung von ProQuote Medien Mehr Frauen in Topjobs beim Rundfunk

Journalistinnen kommen häufiger in eine Führungsposition im deutschen Rundfunk als noch vor Jahren. Gleichstellung wird aber nur in wenigen Häusern erreicht.
Spitzen im ZDF: Stellvertretende Chefredakteurin Anne Gellinek, Programmdirektorin Nadine Bilke, Chefredakteurin Bettina Schausten und der stellvertretende Programmdirektor Frank Zervos

Spitzen im ZDF: Stellvertretende Chefredakteurin Anne Gellinek, Programmdirektorin Nadine Bilke, Chefredakteurin Bettina Schausten und der stellvertretende Programmdirektor Frank Zervos

Foto:

Tim Thiel / ZDF / picture alliance / dpa

Der Anteil an Frauen in journalistischen Führungspositionen des Rundfunks in Deutschland ist in den vergangenen drei Jahren gestiegen. Das teilte der Verein ProQuote Medien mit, der sich seit der Gründung im Jahr 2012 dafür einsetzt, dass mehr Frauen in journalistische Topjobs kommen.

Einen Anteil von jeweils 50 Prozent bei Männern und Frauen werde aber nur in wenigen Sendern erreicht, hieß es in einer Mitteilung zur ProQuote-Auswertung zugleich. Im Bereich der Sportberichterstattung etwa sei der Unterschied im Vergleich zu den erstmals 2018 erhobenen Zahlen weiter groß.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Demnach waren bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten und bei der Deutschen Welle 2021 im Durchschnitt knapp 44,7 Prozent der Stellen in der Programm- und Redaktionsverantwortung weiblich besetzt – gewichtet, also gesondert gewertet nach Hierarchieebene, waren es 43,4 Prozent. 2018 lag der durchschnittliche Anteil noch bei 37,7 Prozent. Erhoben wurden den Angaben zufolge die obersten vier Hierarchieebenen.

Bestwerte für den RBB und Deutsche Welle

Die von ProQuote geforderte Geschlechterparität erfüllten zwei Häuser, der Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB (57,4 Prozent) und die Deutsche Welle (50,8 Prozent). Bis auf den Hessischen Rundfunk HR (29,4 Prozent) und den Saarländischen Rundfunk SR (36,1 Prozent) erreichen alle öffentlich-rechtlichen Sender laut ProQuote-Zählung einen Anteil von mindestens 40 Prozent Frauen in journalistischen Führungspositionen.

Grundlage der Zählung von ProQuote waren Organigramme und Selbstauskünfte der elf öffentlich-rechtlichen Sender sowie der Deutschen Welle. Der private Rundfunk stellte den Angaben zufolge keine Organigramme zur Verfügung. Öffentlich zugängliche Informationen legten indes nahe, dass der Anteil an Frauenführung etwa bei RTL im Zuge der Fusion mit Gruner+Jahr weiter gesunken ist, im programmrelevanten Topmanagement seien Frauen mit bloß 13,8 Prozent kaum vertreten.

»Wir freuen uns, wie weit einige Sender auf ihrem Weg zur Parität gekommen sind. Das ist ein ermutigendes Signal«, sagte Edith Heitkämper, Vorsitzende von ProQuote Medien, in der Mitteilung: »Gleichberechtigung und Diversität sind jedoch nicht überall ein selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur. Sie müssen gelebt werden und dürfen nicht nur auf dem Papier stehen.«

sak/dpa