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Szenen einer Strindberg-Ehe

aus DER SPIEGEL 6/1977

Dramatisierte Eheszenen des Ehekrisen-Dramatikers Strindberg versprechen das meistgespielte Theaterstück der Saison zu werden: »Die Nacht der Tribaden« des schwedischen Autors Per Olov Enquist. Nach Erfolgen in Schweden, Finnland, Norwegen, Frankreich und den USA soll das Stück kommenden Sonntag an den Münchner Kammerspielen für Deutschland erst. aufgeführt werden. Sieben deutschsprachige Bühnen folgen. Enquists Werk beschreibt die Spannungen in Strindbergs erster Ehe: Der Dichter bezichtigte seine Frau, die Schauspielerin Siri von Essen, ein Verhältnis mit einer anderen Frau zu haben. Strindberg hatte seine Ehequalen in einem Roman ("Plaidoyer d'un Fou") festgehalten, der nach seinem Willen nicht in skandinavischen Sprachen erscheinen durfte. Ende vergangenen Jahres erschien erstmals eine unzensierte schwedische Fassung, die auch als Fernsehserie ausgestrahlt wurde. Die Enkelin des Dramatikers, Karin Smirnoff-Strindberg, protestierte gegen »diese Verunglimpfung« ihrer Großmutter. Enquists Drama steht nicht allein: Strindbergs Verbindung mit der Schauspielerin Harriet Bosse -- seine dritte Ehe -- ist inzwischen von dem Autor Ole Söderström zu einem Roman verarbeitet worden.

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