Aufregung um »Morgenmagazin«-Presseschau-Zitat »Tagesspiegel«-Journalist von Marschall bedauert »Diese junge Dame«-Ausspruch

»Diese junge Dame, die unsere Außenministerin ist« – so beschrieb ein »Tagesspiegel«-Redakteur Annalena Baerbock in der Ostukraine. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali machte nun seine Entschuldigung öffentlich.
Im Presseschau-Gespräch: Christoph von Marschall und Dunja Hayali

Im Presseschau-Gespräch: Christoph von Marschall und Dunja Hayali

Ein Bild aus der Tageszeitung »Die Welt«, das Annalena Baerbock mit Helm bei einem Besuch in der Ostukraine zeigte – Überschrift: »An der Front« –, wurde Christoph von Marschall als Gast des ZDF-»Morgenmagazins« (»Moma«) vorgelegt. Der »Tagesspiegel«-Redakteur, Jahrgang 1959, in osteuropäischer Geschichte promoviert, langjähriger USA-Korrespondent, sollte in der Sendung im Gespräch mit »Moma«-Moderatorin Dunja Hayali die Presseschau vornehmen. 

In seinen Ausführungen zu dem Baerbock-Foto nannte Christoph von Marschall die Grünenpolitikerin »diese junge Dame, die unsere Außenministerin ist«. Man könne Baerbock auf dem Bild ansehen, dass sie sich in der Situation nicht besonders wohlfühle, es sei nicht ihre Welt.

Kritik an den Aussagen des »Tagesspiegel«-Journalisten kam prompt. Weniger als eine halbe Stunde nach der Ausstrahlung postete der schleswig-holsteinische CDU-Nachwuchspolitiker Justus Schmitt den betreffenden Ausschnitt mit dem Kommentar, die Bundesregierung habe »offene Flanken ohne Ende bzgl #Ukraine«, und Erstaunen darüber (»Oh man«), dass das der erste Kommentar zu Baerbock sei.

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Der Clip wurde von deutlich reichweitenstärkeren Twitterern wie den SPD-Männern Josef Heynckes  und Philip Le Butt  weiterverbreitet. Letzterer schrieb: »Es ist einfach unfassbar wie über Baerbock gesprochen wird. Diese Leute haben keinen Scham ihren Sexismus offen zu zeigen.«

Der »Welt«-Journalist Robin Alexander wiederum bemängelte in einem Tweet  die Debattenkultur auf Twitter: »Beispiel für den problematischen Strukturwandel unserer Öffentlichkeit«, schrieb er, »grundvernünftiges Interview, zutreffende Beobachtungen, kenntnisreiche Einordnungen. Twitter: Skandal!«

Am späten Vormittag reagierte dann Moderatorin Dunja Hayali. Sie erklärte ihren mehr als 500.000 Twitter-Followern, dass sie anders als bei Interviews mit »Politiker*innen/Expert*innen« im Format der Presseschau in der Regel nicht widerspreche. Es gehe darum, die Kommentierung der Eingeladenen zu hören.

Allerdings hätte sie es in diesem Fall vielleicht doch tun müssen, räumte Hayali ein. Sie habe sich dafür entschieden, die Sache »verbal hinterher mit Marschall« zu klären. Ergebnis dieser Klärung: Dunja Hayali veröffentlichte eine Textnachricht, die ihr Christoph von Marschall offenbar zugesandt hatte.

Darin betont Christoph von Marschall, er habe die Formulierung »junge Dame« nicht despektierlich gemeint, sondern nur Baerbocks Unwohlsein in der Situation beschreiben wollen: »Es tut mir leid, wenn meine Formulierung Anlass für Missverständnisse gegeben hat. Ich werde mir das zu Herzen nehmen.«

In den Kommentaren zu diesem Post wiederum griff Mareile Ihde , eine ehemalige Mitarbeiterin der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Marschalls Formulierung, das Krisengebiet sei »einfach nicht ihre Welt«, auf und zitierte einen SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 2019 über »Fischers Erbin« Baerbock. Darin heißt es: »Bevor sie Politikerin wurde, wollte Baerbock Kriegsreporterin werden.«

feb
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