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SPEKTAKEL Talk-Showdown als Theatersport

aus DER SPIEGEL 5/2002

Warum sollen nur Schauspielprofis sich auf der Bühne austoben dürfen? In München, Berlin und anderen deutschen Städten drängt es Politiker längst auf die Theaterbretter, wo sie in Rede-Matineen oder Talkshows die Nähe zum Wähler-Publikum erproben. In Hamburg etablierten nun die »Zeit«-Chefs Josef Joffe und Michael Naumann eine neue Morgenandachts-Reihe - mit dem Politiker Joschka Fischer als Selbstdarsteller-Gast. Als der Außenminister am vorvergangenen Sonntag »zur Hochamtszeit« (Fischer) in den Hamburger Kammerspielen antrat, war der Andrang groß, und Fischer genoss seine rhetorische Überlegenheit. Ein Unkostenbeitrag von 15 Euro pro Person sicherte der Veranstaltung eine gewisse Exklusivität (wie auch die TV-Übertragung auf dem Minoritätenkanal Phoenix). Als nächste Protagonisten haben Edmund Stoiber und Gregor Gysi zugesagt, vielleicht ist ihnen, wie Fischer, der Anlass willkommen als »Konditionstraining für den Wahlkampf«.

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