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Tausendjährige Ost-West-Kunst

aus DER SPIEGEL 15/1991

Sie kam aus östlicher Hochkultur und brachte deren Abglanz mit: die byzantinische Kaisernichte Theophanu, Gemahlin des deutschen Otto II. und als Witwe Regentin für den unmündigen Thronfolger. 991 wurde sie in Köln begraben. Dort begeht nun das Schnütgen-Museum den 1000. Todestag mit einer glanzvollen Buchmalerei-Ausstellung (12. April bis 16. Juni). 50 Handschriften aus der Epoche Theophanus, teils in Herrscher-Auftrag entstanden, spiegeln die Verschmelzung westlicher Bildvorstellungen mit byzantinischen Einflüssen auf höchstem Kunstniveau. Eine Kölner Malerschule allerdings erblühte so recht erst nach dem Tod der Kaiserin, um das Jahr 1000. Vermutlich schon postum blickt Theophanu, auf einer Zierseite eines Evangelienbuchs für das Kloster Sankt Gereon, mit großen Augen zu ihrem Sohn Otto III. empor. Unvermeidlichschmerzlicher Verzicht: Ihre kostbar verzierte Heiratsurkunde bleibt, da allzu empfindlich, in der Wolfenbüttler Herzog-August-Bibliothek.

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