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Theater

aus DER SPIEGEL 15/1972

Seit Ostermontag gastiert im Londoner Aldwych-Theater, einem Zentrum britischer Shakespeare-Pflege, eine Schauspieltruppe mit dem Shakespeare-Stück »Umabatha«. Handlung: Der Held Mabatha wird von seinem Weib Kamadonsela zum Häuptlingsmord angestiftet. Zum Dröhnen von Kuhhaut-Trommeln und angefeuert vom »Si-Gi-Di«-Feldgeschrei seiner Krieger stellt der junge Makiwane den Mörder schließlich im Kampf und tötet ihn. Das exotische Spiel ist die Zulu-Version des Shakespeareschen »Macbeth«, vom 28jährigen Marktforscher Welcom Msomi aus dem südafrikanischen Durban verfaßt und arrangiert, weil es ihm »brennend aktuell« erschienen war. Denn das Stück, sagt Msomi, spiegele anschaulich die Stammeskämpfe der Zulus wider: »Und ich wollte ein Stück Zulu-Geschichte verarbeiten, das so frisch ist wie die Nachrichtensendung von heute morgen.« Um künstlerische Höchstleistungen auch beim Londoner Gastspiel zu gewährleisten, ist der Zulu-Truppe ein Container mit heimischer Kost vorausgeschickt worden: Bohnen und Maisgrütze.

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