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Kino in Kürze »Tierische Liebe«.

aus DER SPIEGEL 35/1996

Von Werner Herzog, der in letzter Zeit sonst nicht viel von sich hören ließ, stammt das Werbe-Bekenntnis zu diesem Film: »Noch nie habe ich im Kino so geradewegs in die Hölle geschaut.« Die Hölle, natürlich, das sind Menschen wie du und ich, nur daß sie an den dunklen Schmutzrändern der Gesellschaft nisten: Beschädigte, Unverträgliche, Unbehauste, denen ihre Tiere (Hunde, Ratten, Meerschweinchen) zu letzten Gefährten in der Einsamkeit geworden sind. Der Wiener Dokumentarfilmer Ulrich Seidl, 44, ein Mann mit Affinität zum Milieu der Dropouts und Underdogs, richtet einen so unbeirrbaren und unbeschönigt strengen Blick in die Privatheit von Mensch und Tier, daß er Schrecken verbreitet: Es geht um Liebe - und wer kann das ertragen?

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