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Verlage Tochter auf Abwegen

aus DER SPIEGEL 42/1994

Krise bei Reclam Leipzig: Der Verlag, dem mit seinem Autor Robert Schneider und dessen Roman »Schlafes Bruder« ein literarischer Bestseller-Erfolg geglückt ist, steht mittlerweile fast ohne Lektorat da. Zum 1. Oktober schied die Cheflektorin Birgit Peter aus (sie wechselte zum Leipziger Kiepenheuer-Verlag), nun will sich auch der Lektor für deutsche Literatur, Thorsten Ahrend, davonmachen - dann gäbe es nur noch eine festangestellte Lektorin. Mit Ahrend dürfte auch Erfolgsautor Schneider, dessen Roman bisher 130 000mal verkauft worden ist und soeben verfilmt wird (siehe Seite 248), das Haus verlassen. Was bleibt von Reclam Leipzig? Das Verlagshaus, seit der Firmengründung 1828 Stammsitz, zu Zeiten der DDR ein vom Reclam-Verlag im Westen unabhängiges Unternehmen, wird heute als Tochterfirma von Stuttgart aus gelenkt. Dietrich Bode, Geschäftsführer des dortigen Mutterhauses, »möchte Reclam Leipzig auf jeden Fall weiterführen«, schon aus Gründen der Tradition. Doch er entscheidet nicht allein. Ende November wird die Gesellschafterversammlung - neben Bode lauter Reclam-Erben - Familiengerichtstag über die defizitäre Leipziger Tochter halten.

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