Tod des Universalgenies Herbert W. Franke »Dinosaurier der Computerkunst« gestorben

Er war Künstler, Physiker, Philosoph und Science-Fiction-Autor: Herbert W. Franke war auf vielen Gebieten versiert: Jetzt ist das Universalgenie im Alter von 95 Jahren verstorben.
Herbert W. Franke 2007 in der Kunsthalle Bremen vor seinem Werk »Portrait Albert Einstein« von 1972

Herbert W. Franke 2007 in der Kunsthalle Bremen vor seinem Werk »Portrait Albert Einstein« von 1972

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Ingo Wagner / picture-alliance/ dpa

Herbert W. Franke ist am Samstag im Alter von 95 Jahren im Kreise seiner Familie im oberbayerischen Egling (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gestorben, teilte ein PR-Berater unter Berufung auf die Ehefrau des Verstorbenen mit. Der in Österreich geborene Franke galt als Pionier der Computerkunst und Vordenker des Metaverse, eines digitalen Raums.

1979 hatte er das Festival Ars Electronica in Linz mitbegründet. Seine Frau Susanne Päch meldete sich nach dem Tod ihres Ehemannes auf dessen Twitteraccount zu Wort. »Herbert nannte sich gerne den Dinosaurier der Computerkunst«, schrieb sie auf Englisch. Er sei in dem Wissen gestorben, dass eine Gemeinschaft von Künstlern und Kunstbegeisterten seine Arbeit zutiefst schätzen und sich um seine Kunst und sein Vermächtnis kümmern wird.

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Urvater und Universalgenie

Auch auf die Biennale in Venedig hatte Franke es geschafft, im Jahr 1970 mit einem Siebdruck. Das mit einem Digitalcomputer geschaffene Werk sei sein erstes gewesen, bei dem Franke den Zufall mit einem Algorithmus zusammenarbeiten ließ, schreibt der PR-Berater. Franke war auch Mitglied der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland und schrieb Science-Fiction-Werke wie »Der grüne Komet« oder »Zentrum der Milchstraße«. Auch Lehraufträge hatte er, unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Akademie der Bildenden Künste in München. Das österreichische Bundeskulturministerium verlieh ihm 2007 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Das in der oberösterreichischen Stadt Linz angesiedelte Museum Francisco Carolinum für Fotografie und Medienkunst nannte Franke ein Universalgenie und Urvater der Medienkunst. Anlässlich seines 95. Geburtstages am 14. Mai hatte ihm das Museum eine Ausstellung gewidmet, die erst vor wenigen Tagen endete.

Franke sei ein »Universalgelehrter« gewesen, würdigte ihn auch die österreichische Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). »Er vereinte physikalisches, mathematisches, philosophisches und chemisches Wissen und war in vielem seiner Zeit weit voraus.«

dpa/nga
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