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Tom Segev

aus DER SPIEGEL 14/1995

zählt zu einer Gruppe von israelischen Historikern und Publizisten, die den zionistischen Legenden aus der Frühzeit des Staates Israel nachspüren. Der Titel seines neuen Buches »Die siebte Million«, das jetzt in deutscher Übersetzung erscheint, steht metaphorisch für die Juden Israels, die dem Holocaust, anders als sechs Millionen europäische Juden, entkamen. Segev wirft der jüdischen Führung in Palästina, vor allem der Jewish Agency, vor, nur wenig Interesse an einer Rettung der Juden gezeigt zu haben. Beschäftigt mit dem Aufbau des eigenen Staates, hätten die Juden Palästinas den millionenfachen Mord in Europa eher beiläufig registriert. Segev, 1945 in Jerusalem als Sohn deutscher Einwanderer geboren, war einige Jahre Korrespondent von Maariv in Bonn. Heute gehört er als Kolumnist der Haaretz zu den herausragenden Publizisten Israels.

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