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FILM / NEU IN DEUTSCHLAND Tour de Trance

aus DER SPIEGEL 23/1968

Die nackte Tote (USA). Das Muster ist wie aus Agatha Christies Nähkästchen: Mann erwacht aus Trance, an seiner Hand klebt Blut, in der Badewanne ruht eine schöne Tote. Wer war's?

Durch Mode-Maschen wird der solide Faden freilich mehr zum Knäuel als zum Knoten geschürzt: Der Erwachende ist Geheimnisträger einer Computer-Corporation, die für die US-Regierung militärische Planspiele macht; die Tour de Trance verdankt er einem LSD-Stoß, den ihm herzlose Hippies unbemerkt versetzten; im Drogen-Rausch schwellen ihm harmlose Tischrosen zu blutigroten Atompilzen.

Der Berufs- und Bewußtseinslage des Helden (Bradford Dillman) paßte sich der Regisseur James Goldstone auch filmisch an: Er betrieb Atomzertrümmerung am Schneidetisch, und mittels Zerrlinsen, Zeitlupe und Farbviragen suchte er psychedelische Effekte nachzuahmen.

Die Moral der aufgedonnerten Geschichte ist wieder Christiesch: Was soll denn in dieser Computer-Welt, seufzt eine verliebte Sekretärin, aus der Liebe werden? Nun, sie höret nimmer auf.

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