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TV-Elegie: Brief an Breytenbach

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aus DER SPIEGEL 41/1983

1975 mit falschem Paß in seine südafrikanische Heimat eingereist, wurde der bedeutendste Lyriker in Afrikaans und Maler Breyten Breytenbach wegen seines Widerstandes gegen die Apartheid verhaftet und trotz der Proteste von Amnesty International sieben Jahre in Isolationshaft verwahrt. Im Sommer 1982 drehten der österreichische Fernsehautor Herbert Brödl und der im römischen Exil lebende Breytenbach-Freund Jobst Grapow ihren Film »Gefängnispostsack X4 Südafrika. Ein Brief an Breyten Breytenbach« (ARD, 16. Oktober), der Werk und Schicksal des aufsässigen Buren belichtet. Weit entfernt vom Informationsmüll der alltäglichen Fernsehfeatures, blicken sie in ihrer filmischen Elegie in meist poetischen Bildern, Kommentaren und Worten, deren gelegentliche Zärtlichkeit nichts vom Engagement gegen die afrikanische Rassismus-Oase vermissen läßt, auf Freund und Feind. Von gelassener Wut zeugen wohl auch die Produktionsmittel: 150 000 Mark mußte der Literaturredakteur des hessischen Fernsehens, Wilfried F. Schoeller, fast die Hälfte seines Jahresetats, beisteuern, um diese Meditation realisieren zu lassen.

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