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TV-»Rockpalast« am Ende

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aus DER SPIEGEL 11/1986

Nachdem der WDR-»Rockpalast« 1977 begonnen hatte, Konzerte aus der Essener Gruga-Halle live in weite Teile Europas zu übertragen, wurde die zweimal jährlich ausgestrahlte TV-Reihe bald zu einer der beliebtesten deutschen Popsendungen. Die nächtlichen Shows erreichten hohe Einschaltquoten, die Ruhrgebiets-Arena war meist ausverkauft. Als aber der verantwortliche WDR-Redakteur Peter Rüchel, 49, unbeirrt von jeder Kritik die Musik seiner Jugend favorisierte, bröckelte das Publikumsinteresse an der Institution,Rockpalast-Festival« immer kräftiger ab - beim Konzert im letzten Herbst wollten nur noch 1200 Zuschauer das Spektakel an Ort und Stelle miterleben, und die Sehbeteiligung sank auf magere zwei Prozent. In den vergangenen Jahren wurde der vorzügliche, durch eine nüchtern sachliche Bildregie geschaffene Rahmen des »Rockpalasts« nur noch selten mit fesselnden Ereignissen gefüllt. Die Chance, Pop im deutschen Fernsehen in passabler Manier zu präsentieren, war vertan: Am kommenden Samstag geht die Rock-Gala zum letzten mal über den Bildschirm Auftritte der Gruppen Bap, Big Country und des amerikanischen Westcoast-Veteranen Jackson Browne werden dafür sorgen, daß sich die Trauer über das Ende in Grenzen hält.

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